Würzburg
Sehr geehrter Herr Präsident, Herr Vizepräsident, meine Damen und Herren,
der weitere Preisträger ist das Internetcafé „Von Senioren für Senioren“:
Internetcafés gibt es inzwischen landauf, landab. Aber die Würzburger Internet–Senioren passen nicht in diese „Schublade“. Sie sind eigentlich auch Selbsthilfe im weiteren Sinne, auch wenn dieser Begriff in der älteren Generation nicht so gebräuchlich ist. Ihr Leitthema wird in ihrem Namen deutlich, „Von Senioren für Senioren“.
Das Internetcafé in Würzburg ist sehr viel mehr als nur ein Treffpunkt von „Internet–Usern“. Die engagierten Internet–Senioren haben ein großes EDV–Wissen und langjährige berufliche Erfahrungen mit dem Internet. Diese Fähigkeiten stellen Sie anderen älteren Menschen zur Verfügung, damit sie diese Technik nutzen und sich die Internet–Welt erschließen können. Sie tun dies mit großem Erfolg und in der Gewissheit, dass der Lebensalltag von Menschen immer mehr von diesem neuen Medium bestimmt wird. Sie haben recht – es ist abzusehen, dass ein Leben ohne EDV und ohne Internet sowie ohne die Fähigkeit, damit umzugehen, mit erheblichen Einschränkungen verbunden ist. Oder positiv formuliert: Der Einsatz dieser Medien gerade im Alter oder besser, im 3. Lebensabschnitt, wird immer wichtiger und garantiert mehr Lebensqualität. Das gilt im Übrigen besonders für Menschen mit Behinderung, für die Sie sich auch geöffnet haben.
Vor diesem Hintergrund haben die Würzburger Internet–Senioren – insoweit gibt es eine gewisse Parallele zu „AGUS“ – ihren lokalen Wirkungskreis überschritten und erfolgreich im unterfränkischen Raum weitere vergleichbare Einrichtungen geschaffen. Auch wenn der Bürgerkulturpreis durch die Jury an den Verein verliehen wird, darf ich in diesem Zusammenhang Sie, sehr verehrter Herr Herbert Schmidt, als den Initiator und dem Motor dieser Entwicklung hervorheben. Sie sind vor einem Jahr zum 1. Vorsitzenden des bundesweit aktiven Vereins zur Förderung der Kommunikation unter Senioren im Internet e. V. avanciert – ein weiteres Gründungsmitglied, Herr Wisshofer, ist übrigens 2. Vorsitzender dieses Vereins geworden. Dies macht überdeutlich, dass das Internetcafé in Würzburg nur ein Anfang war und Sie, die Männer und Frauen dieses Anfangs, inzwischen eine ungewöhnliche Bildungsoffensive über Würzburg und Unterfranken hinaus gestartet haben. Dies war für die Jury der zweite Grund der Preiswürdigkeit Ihres Vereins.
Ein dritter Grund ist der generationsübergreifende Ansatz, den Sie mit Ihrem Einsatz beispielhaft verfolgen. Das Internetcafé „Von Senioren für Senioren“ und der Verein zur Förderung der Kommunikation unter Senioren im Internet e. V. haben in Zusammenarbeit mit der Universität Würzburg, Herrn Prof. Dr. Rainer Thome, vom Lehrstuhl der Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik, im Internet ein Forum eingerichtet, das sich als „Contakt & Sience Center“ bezeichnet. In diesem Forum machen Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren, Ihr umfangreiches Praxiswissen und Ihre Erfahrungen als Führungskräfte der Wirtschaft via Internet Studierenden zugänglich und pflegen mit der jungen Generation intensiven Wissens– und Erfahrungsaustausch. Sie bewegen sich damit erfolgreich auf den Schienen der in Bayern sehr engagierten „Aktivsenioren“, die sich dem Leitziel „Alt hilft Jung“ verschrieben haben.
Ich darf nochmals zusammenfassen:
Ihr Angebot, der älteren Generation den Zugang zum Internet zu erschließen, ihr engagierte Aufbruch für die Einführung in die Welt des Internets in diesem Zusammenhang über die Grenzen Würzburgs hinaus und nicht zuletzt die Unterstützung für die beruflichen Förderung junger Menschen, dies alles hat die Jury bewogen, Sie für einen weiteren Bürgerkulturpreis vorzuschlagen. Herzlichen Dank!
Würzburg, 3. Dezember 2002