Vor
einem Jahr wurden die Pforten des Internetcafés im Seniorentreff des
Franck-Hauses Marktheidenfeld geöffnet. Jeden Dienstag von 14 bis 17
Uhr und mittwochs von 9 bis 12 Uhr kann fleißig am PC gesurft, gemailt
und gechattet werden.
Viele Frauen und Männer, so berichtet Walter Klein vom Computerclub
»Auge« und Leiter der Regionalgruppe Marktheidenfeld nutzten dieses
Angebot: »Insgesamt hatten wir in diesem Jahr 415 Besucher«. Einmal im
Monat wird auch von 19.30 bis 22 Uhr eine Gesprächsrunde angeboten.
Englisch üben, Kommunizieren, E-Mails verschicken, die nähere Umgebung
besser kennen lernen, oder Reisen buchen - fit am Computer sind sie
allemal, die Senioren, die das Angebot des Internetcafé nutzen.
»Seit ich hier bin kann ich selbstständiger am Computer arbeiten, ohne
immer meinen Mann fragen zu müssen«, freut sich Gertrud Klein und auch
Gertrud Zöller holt sich Rat im Internetcafé. »Hier werden wir gut
betreut«, berichtet sie. »Es gibt so viele Möglichkeiten, sich am
Computer zu beschäftigen. Um dieses reichhaltige Angebot wahrzunehmen,
bekomme ich durch fachliche Beratung die Möglichkeit, dies auch zu
Nutzen.
Gerne spielt Marita Oetzel an ihren PC auch Schach, Dame, Mahjongg und
natürlich das Moorhuhn. Sie ist aus Reicholzheim, über das Internet
wurde sie auf das Internetcafé in Marktheidenfeld aufmerksam. Georg
Simon wusste zu berichten, dass über den PC auch schon neue
Arbeitsstellen gefunden wurden.
Die Betreuer Walter Klein, Franz Böck, Georg Simon, Marita Oetzel und
Herbert Schmidt geben Auskunft und Hilfestellung bei allen Fragen rund
ums Internet. Klein berichtete, dass einige der Besucher im Internetcafé
ihre Hemmschwelle zum ganzen Umfeld Computer abgebaut haben und mit
Begeisterung die Vielfalt des PC wahrnehmen. »Wir machen unsere
Besucher mit der ganzen Materie vertraut. Die Besucher können in Ruhe
die Sache angehen. Jeder kann sich seine Grenzen selber stecken und nach
seinen Fähigkeiten und Bedürfnisse sein Interessenfeld am PC aussuchen«.
Das Internet bietet viele Möglichkeiten. So berichtete eine Besucherin,
dass sie ihren Hund über das Internet gefunden habe. Süchtig kann das
Surfen und Chatten schon machen, so muss manch einer aufpassen, das er
darüber nicht die Zeit vergisst. Doch da sorgt Gertrud Zöller vor: sie
stellt neben ihren PC einen Wecker, um für eine gewissen Zeit ins
Internet abtauchen zu können.
Zum Geburtstag gratulierte Jürgen Thau vom Computerclub »Auge«, er
stellte zu den drei vorhandenen PC einen weiteren hinzu. Mit vier PC sei
man in Marktheidenfeld für die weitere Zukunft gut ausgerüstet, freut
sich Herbert Schmidt vom Internetcafé »Von Senioren für Senioren«
aus Würzburg. Er hat seit dem Jahr 2000 sechs Internetcafés ins Leben
gerufen, so in Würzburg, Schweinfurt, Ochsenfurt, Marktbreit,
Aschaffenburg und hier in Marktheidenfeld. Über 3700 Besucher insgesamt
seien die stolze Bilanz der bestehenden Internetcafes, diese Zahlen spräche
für sich. Ein weiteres Internetcafé wird nächste Woche in Kitzingen
eröffnet.
»Gut so, macht weiter so, 415 Besucher geben Anlass zum Weitermachen«,
sagte Bürgermeister Dr. Leonhard Scherg. Die Pflege des Internetcafés
habe einen kommunikativen, sozialen Charakter und sei für
Marktheidenfeld eine Bereicherung. Vorgesehen, so Klein, sei ab Herbst
noch ein dritter Öffnungstermin am Abend, zusätzlich zu den
bestehenden beiden Öffnungszeiten. Dann wolle man auch den
Arbeitnehmern die Möglichkeit geben, sich mit den Internet vertraut zu
machen.