Ausgabe: Donnerstag, 08.08.2002

Ein Jahr nach Eröffnung 415 Besucher

Das Internetcafé im Franck-Haus wird bei den Senioren immer beliebter

Marktheidenfeld. Vor einem Jahr wurden die Pforten des Internetcafés im Seniorentreff des Franck-Hauses Marktheidenfeld geöffnet. Jeden Dienstag von 14 bis 17 Uhr und mittwochs von 9 bis 12 Uhr kann fleißig am PC gesurft, gemailt und gechattet werden.

Viele Frauen und Männer, so berichtet Walter Klein vom Computerclub »Auge« und Leiter der Regionalgruppe Marktheidenfeld nutzten dieses Angebot: »Insgesamt hatten wir in diesem Jahr 415 Besucher«. Einmal im Monat wird auch von 19.30 bis 22 Uhr eine Gesprächsrunde angeboten. Englisch üben, Kommunizieren, E-Mails verschicken, die nähere Umgebung besser kennen lernen, oder Reisen buchen - fit am Computer sind sie allemal, die Senioren, die das Angebot des Internetcafé nutzen.


»Seit ich hier bin kann ich selbstständiger am Computer arbeiten, ohne immer meinen Mann fragen zu müssen«, freut sich Gertrud Klein und auch Gertrud Zöller holt sich Rat im Internetcafé. »Hier werden wir gut betreut«, berichtet sie. »Es gibt so viele Möglichkeiten, sich am Computer zu beschäftigen. Um dieses reichhaltige Angebot wahrzunehmen, bekomme ich durch fachliche Beratung die Möglichkeit, dies auch zu Nutzen.


Gerne spielt Marita Oetzel an ihren PC auch Schach, Dame, Mahjongg und natürlich das Moorhuhn. Sie ist aus Reicholzheim, über das Internet wurde sie auf das Internetcafé in Marktheidenfeld aufmerksam. Georg Simon wusste zu berichten, dass über den PC auch schon neue Arbeitsstellen gefunden wurden.


Die Betreuer Walter Klein, Franz Böck, Georg Simon, Marita Oetzel und Herbert Schmidt geben Auskunft und Hilfestellung bei allen Fragen rund ums Internet. Klein berichtete, dass einige der Besucher im Internetcafé ihre Hemmschwelle zum ganzen Umfeld Computer abgebaut haben und mit Begeisterung die Vielfalt des PC wahrnehmen. »Wir machen unsere Besucher mit der ganzen Materie vertraut. Die Besucher können in Ruhe die Sache angehen. Jeder kann sich seine Grenzen selber stecken und nach seinen Fähigkeiten und Bedürfnisse sein Interessenfeld am PC aussuchen«.


Das Internet bietet viele Möglichkeiten. So berichtete eine Besucherin, dass sie ihren Hund über das Internet gefunden habe. Süchtig kann das Surfen und Chatten schon machen, so muss manch einer aufpassen, das er darüber nicht die Zeit vergisst. Doch da sorgt Gertrud Zöller vor: sie stellt neben ihren PC einen Wecker, um für eine gewissen Zeit ins Internet abtauchen zu können.


Zum Geburtstag gratulierte Jürgen Thau vom Computerclub »Auge«, er stellte zu den drei vorhandenen PC einen weiteren hinzu. Mit vier PC sei man in Marktheidenfeld für die weitere Zukunft gut ausgerüstet, freut sich Herbert Schmidt vom Internetcafé »Von Senioren für Senioren« aus Würzburg. Er hat seit dem Jahr 2000 sechs Internetcafés ins Leben gerufen, so in Würzburg, Schweinfurt, Ochsenfurt, Marktbreit, Aschaffenburg und hier in Marktheidenfeld. Über 3700 Besucher insgesamt seien die stolze Bilanz der bestehenden Internetcafes, diese Zahlen spräche für sich. Ein weiteres Internetcafé wird nächste Woche in Kitzingen eröffnet.


»Gut so, macht weiter so, 415 Besucher geben Anlass zum Weitermachen«, sagte Bürgermeister Dr. Leonhard Scherg. Die Pflege des Internetcafés habe einen kommunikativen, sozialen Charakter und sei für Marktheidenfeld eine Bereicherung. Vorgesehen, so Klein, sei ab Herbst noch ein dritter Öffnungstermin am Abend, zusätzlich zu den bestehenden beiden Öffnungszeiten. Dann wolle man auch den Arbeitnehmern die Möglichkeit geben, sich mit den Internet vertraut zu machen.